Die mexikanische Gruppe des
Weltverbands der Basis- und Communityradios AMARC (Asociación Mundial de
Radios Comunitarias) hat gegen die Schließung von Radio Nandía im
Bundesstaat Oaxaca protestiert. AMARC-Mexiko macht Anhänger der früheren
Regierungspartei PRI (Partido Revolucionario Institucional) für die
Übergriffe auf das Basisradio und das ebenfalls in Oaxaca sendende Radio
Calenda verantwortlich.
Am 24. August waren MitarbeiterInnen von Radio Nandía, das im Gymnasium
der Gemeinde Mazatlán seinen Sitz hat, von Personen angegriffen worden,
die mit in der Schule agierenden Gruppen in Verbindung stehen. Später
wurde von denselben Personen auch die Stromversorgung gekappt. Als die
RadiomacherInnen mehr über die Vorgänge herausfinden wollten, wurden sie
bedroht und mussten sich zurückziehen. Am nächsten Tag konnte das
technische Personal die Räume von Radio Nandía nicht betreten, da das
Türschloss beschädigt war. Am 26. August wurden die
Radio-MitarbeiterInnen dann mit Waffengewalt am Betreten der
Räumlichkeiten gehindert. Radio Nandía musste aufgrund der Vorfälle dieÜbertragung einstellen.
Nach Informationen von AMARC wurden außerdem MitarbeiterInnen von Radio
Calenda, einem Basisradio das in der nahe der Hauptstadt Oaxaca
gelegenen Gemeinde San Antonino sendet, vom Bürgermeister des Ortes
bedroht. Aufgrund der Vorfälle hat AMARC-Mexiko das Innenministerium
aufgefordert, die sofortige Wiederaufnahme des Sendebetriebs von Radio
Nandía und die Ausübung der Pressefreiheit für Radio Calenda zu
gewährleisten.