(Mexiko-Stadt, 13. August 2006, poonal).
Mit einem Schweigemarsch
forderten 5.000 Menschen am Sonntag (13. 8.) in der südmexikanischen
Stadt Oaxaca Gerechtigkeit. Drei Tage zuvor war während einer
Demonstration gegen Repression José Jiménez Colmenares erschossen
worden. Der 50jährige Mechaniker wurde durch einen Schuss, der von
Heckenschützen aus einer Wohnung auf die Protestler abgegeben wurde,
getötet.
Auf Transparenten forderten Mitglieder der Sektion 22 der
Lehrergewerkschaft SNTE (Sindicato Nacional de Trabajadores de la
Eduación) und dem Protestbündnis "Volksversammlung von Oaxaca" APPO
(Asamblea Popular del Pueblo de Oaxaca) "Lösungen statt Repression". Die
Demonstranten beharrten ein weiteres Mal auf die Absetzung von Ulises
Ruiz Ortiz, dem Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca. Sie forderten auch
die Freilassung von drei Aktivisten, die in den letzten Tagen von der
Bundespolizei verhaftet wurden. Einer der Festgenommenen, Carido Torres
Pereda, wurde sofort ins Hochsicherheitsgefängnis "La Palma" im
Bundesstaat Mexiko überstellt.
Seit bald drei Monaten halten Mitglieder der Lehrergewerkschaft und der
APPO das Zentrum von Oaxaca-Stadt besetzt. Die APPO kontrolliert zwei
Radiostationen und blockiert die Gebäude einiger staatlicher Instanzen.
Etwa 70.000 Lehrer und Lehrerinnen weigern sich, den Unterricht wieder
aufzunehmen, solange Gouverneur Ulises Ruiz noch im Amt ist. Ruiz von
der Partei der Institutionellen Revolution PRI (Partido Revolucionario
Institucional) wird für schwere Menschenrechtsverletzungen
verantwortlich gemacht.