[27. Apr 2007] in Oaxaca/Mexiko
Seit einigen Tagen verschärft sich die ohnehin angespannte Situation
in Oaxaca. Während die Regierung Ulises Ruiz alles unternimmt, um den
TouristInnen ein heiles Stadtbild zu presentieren, verstärken sich
die Angriffe und Einschüchterungen gegen AktivistInnen und
MenschenrechtsverteidigerInnen.
Am Freitag, 13. April 2007, als David Venegas Reyes zusammen mit
einer anderen Person vor einem Gerichtsgebäude stand, näherte sich
ihnen ein Kleintransporter (Pick UP) auf dem acht Männer standen. Sie
trugen blaue Polizeiuniformen, schwarze Helme, schusssichere Westen
und schwere Waffen. Sofort stürzten sich die Männer auf David Venegas
Reyes und schlugen ihn. David Venegas Reyes wurde auf den
Kleintransporter verladen und mit unbekanntem Ziel weggefahren.
Sein Aufenthaltsort ist bis zu heutigen Zeitpunkt unbekannt. Am
Samstag, 14. April 2007, wurde ein Anwalt des
"Antirepressionskomitees 25. November" von Männern in Zivil
angehalten. Die Männer gaben an, sie seien Polizisten, und forderten
den Anwalt auf seine Anwaltspapiere zu zeigen. Der Anwalt weigerte
sich, zeigte aber gleichzeitig seinen Ausweis und forderte die Männer
auf sich ebenfalls auszuweisen. Da es mitten am Nachmittag war liefen
viele Menschen zusammen. Darauf liessen die unbekannten Maenner von
ihrem Vorhaben, ihn zu entführen, ab.
Seit Montag, 16. April 2007, stehen Hummer (Militaergeländewagen) vor
dem Lokal der indigenen Organisation Flor y Canto. Auf dem Fahrzeug
befinden sich Soldaten, die bewaffnet sind. Ausserdem wird seit
Montag 16. April 2007 das Lokal von Flor y Canto von unbekannten
Personen in Zivil überwacht und Mitglieder der verschiedenen
Polizeieinheiten patroullieren in der Strasse.
Diese Angriffe und Einchüchterungen sind gegen Carmen Santiago Alonso
gerichtet. Sie ist Koordinatorin der Organisation Flor y Canto. Bis
zum heutigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob es sich bei den
Drohgebärden um Einschüchterungen handelt, oder ob eine Verhaftung
von Carmen Santiago Alonso bevor steht. Angesichts der bedrohlichen
Entwicklung wird dringend dazu aufgerufen mit wachsamen Augen die
gefährliche Situation in Oaxaca zu beobachten und sowohl bei den
mexikanischen Behörden, so wie auch bei den
Menschenrechtsorganisationen die Einhaltung der Menschenrechte zu
fordern.