In der Einleitung versucht Sterr zu klären, was denn heute noch links sei.  Bei dieser Anstrengung ist er nicht der Einzige und auch sein Versuch ist letztendlich eine Annäherung. Hier sei nur angemerkt, dass Sterr breit zitiert und somit den LeserInnen Optionen für die eigene Entscheidung gibt. 
Zudem weist er darauf hin, dass der den verschiedenen Akteuren und ihren politischen Positionen eingeräumte Platz nicht notwendigerweise ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung entspricht. Das erweist sich jedoch als 
Vorteil, denn detailliertere Informationen beispielsweise über die mexikanische Guerilla abseits der ZapatistInnen und vielleicht noch eingeschränkt des Revolutionären Volksheeres (EPR) sind anderswo kaum zu finden.
Das Buch ist in zwei Teilen konzipiert. Im ersten, kleineren  Teil schließt Sterr praktisch an sein 2002 zusammen mit Dieter Boris veröffentlichtes Buch „FOXtrott in Mexiko. Demokratisierung oder Neopopulismus?“ an.
Unter der Überschrift  „Steckengebliebener Modellwechsel“ zeichnet der Autor die Jahre des Machtwechsels von der sieben Dekaden regierenden PRI zur konservativen PAN  in 2000 bis zu den ersten Monaten der aktuellen konservativen Regierung  unter Präsident Felipe Calderón nach. Hier gilt das Hauptaugenmerk nicht  der Linken, der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Darstellung der  gesamtpolitischen Konstellation in Mexiko.
Der zweite Teil mit dem Titel „Anti-Neoliberaler Widerstand und politische  Alternativen“ geht dann in seinem ersten Abschnitt ausführlich auf massenwirksame Parteien, Organisationen und Bewegungenein. Von der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) über verschiedene vor allem städtische Organisationsbündnisse, Gewerkschaftenbis hin zur Volkserhebung der APPO  im Bundesstaat Oaxaca und die überihre geographischen Grenzen hinaus 
wirkenden Protestbewegungen in Atenco(Bundestaat Mexiko) und La Parota (Guerrero) gelingt es Sterr, so gut wie alle relevanten Akteure im  linkszentrischen bis linken Spektrum zu erfassen, die nicht zur Guerilla 
gehören. Dabei stechen die Fülle von Fakten und die Detailkenntnisse  hervor. Schwächen und Stärken werden jeweils genau untersucht, viele  AutorInnen zur Unterstützung der eigenen Argumentation oder einer Bewertung
aus verschiedenen Perspektiven herangezogen. Ein weiteres Plus ist die  Zeitnähe: Ins Buch sind teilweise noch Ereignisse aus dem Juni 2008  aufgenommen. Dafür kann der manchmal etwas allzu trockene und umständliche 
Stil nachgesehen werden.
Den ZapatistInnen und ihrer „Anderen Kampagne“ widmet der Autor den zweiten Abschnitt. An dieser Stelle bringt er wesentlich stärker als in anderen  Buchteilen seine eigene Wertung mit ein. Dabei spart er nicht mit Kritik an 
der „Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung“ (EZLN) und  Subcomandante Marcos. So wirft er ihnen auf nationaler  Ebene Selbstmarginalisierung und ein Schwarz-Weiß-Bild vor allem in Bezug 
auf die PRD und deren Figur Andrés Manuel López Obrador vor. Die  „Andere Kampagne“ sieht Sterr, gemessen an den eigenen Zielsetzungen,  als zumindest derzeit weitgehend gescheitert und „versandet“ an. 
Zum Subcomandante kommentiert er: „Ohne Not hat er den Zapatismus zurück  in eine sektiererische Sackgasse manövriert, in der die EZLN ohne  großes Echo und abgekoppelt von den großen sozialen Bewegungen mit 
anderen kleinen Gruppen oder Einzelpersonen darüber streitet, wie man sein  muss, damit die Ablehnung des Kapitalismus auch wirklich ernst genug  gemeint ist.“ Das ist harter Tobak für SympathisantInnen der ZapatistInnen, 
doch trifft der Autor sicherlich wunde und bedenkenswerte Punkte. 
Wenig beleuchtet werden leider die konkreten Selbstverwaltungsstrukturen der ZapatistInnen in ihrem Kerngebiet Chiapas, obwohl ihnen Sterr  durchaus Vorbildcharakter zugesteht: „Keine andere linke oder linksradikale Bewegung Mexikos verfügt über einen derart reichen Schatz von  realgelebter Gegenmacht.“
Der dritte Abschnitt behandelt revolutionäre Aufstands-  und Guerillabewegungen, wobei der Autor zwischen 
traditionellen Marxisten-Leninisten, bewegungsnahen und  aufstandsorientierten Kräften und pro-zapatistischen Gruppierungen  unterscheidet. Wie bereits erwähnt, hat Sterr in diesem Abschnitt  Informationen zusammengetragen, die selbst in Mexiko nicht einfach  zugänglich sind. Sein Verdienst ist es in diesem Zusammenhang, dass 
vielfach aus Dokumenten der verschiedenenGuerilla-Organisationen selbst  zitiert wird und Spekulationen weitgehend vermieden werden.
Sterr stellt in der Einleitung seines Buches fest, dass es derzeit  keine Klammer oder ein politisches Instrument zur Bündelung der linken  Kräfte in Mexiko gibt, andererseits aber die soziale Konfliktivität 
seit Jahrzehnten nicht mehr so ausgeprägt war. Dem gegenüber stehe eine Regierung, die „zum Dialog weder fähig noch willens“ sei. Das ist  eine Mischung, deren Explosivität im kommenden Jahr angesichts einer sich auch in Mexiko abzeichnenden Rezession noch zunehmen wird. Wie auch die Entwicklung im Einzelnen aussehen wird, Sterrs Buch ist eine  gute Grundlage, sie besser zu verstehen. Einen umfassenderen und  aktuelleren Gesamtüberblick über die mexikanische Linke als der von ihm  angebotene dürfte es derzeit nicht geben.